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Mit Faszien Yoga Verspannungen lösen und Schmerzen vorbeugen

Kopfschmerzen, Nackenschmerzen und Rückenbeschwerden – besonders wer viel vor dem Computer sitzt, kann häufig ein Lied davon singen. Wenig Bewegung und eine ungünstige Körperhaltung führen zu Verspannungen und den genannten Problemen. Faszien Yoga ist eine gute Möglichkeit, einen Ausgleich zu schaffen. Mit den richtigen Yogaübungen werden Verklebungen gelöst und die Beweglichkeit wird verbessert. Schmerzen wird vorgebeugt, häufig werden sie auch massgeblich gelindert. Dabei ist es nie zu spät, anzufangen: Viele Muskeln warten nur darauf, bewegt zu werden. Es ist nie zu spät, mit Faszien Yoga anzufangen. Das Wichtigste rund um das Thema haben wir dir hier zusammengestellt.

Was sind Faszien?

Der Begriff Faszien leitet sich ab vom lateinischen „fascia“ und bedeutet so viel wie Band, Binde oder Bandage. Im Grunde sind Faszien nichts anderes als das, was landläufig schon lange Bindegewebe heisst. Faszien finden sich überall im Körper: in der Haut, in den Sehnen, Muskeln und Gelenken, in allen Organen und sogar im Gehirn. Faszien sind dehnbare, kollagene Strukturen, die alle miteinander zusammenhängen und ein Netz bilden. Sie halten im Körper alles zusammenhalten und sorgen dafür, dass alles an seinem vorgesehenen Platz bleibt. Dank der modernen Faszienforschung wissen wir heute, wie wichtig die Faszien für uns sind. Wenn Störungen im Bereich des Fasziengewebes vorliegen – als Verknotungen und Verklebungen –, kann das zu starken Beeinträchtigungen und Schmerzen führen. Faszien Yoga kann dann Abhilfe schaffen.

Warum verkleben Faszien?

Normalerweise sind die Faszien wie ein gewelltes Gitter angeordnet. Diese Anordnung kann aus verschiedenen Gründen durcheinandergeraten. Die wichtigen Fasern im Körper verhärten und verdrehen sich und verfilzen. Wenn das der Fall ist, sprechen wir davon, dass die Faszien „verkleben“. Unter der Haut sind die Verhärtungen oft als regelrechte Knoten, sogenannte Triggerpunkte zu spüren. Folgende Ursachen kommen dafür in Betracht:

  1. Bewegungsmangel
  2. Überbelastung einzelner Körperbereiche
  3. Verletzungen
  4. Stress
  5. Alterung

Diese Verklebungen der Faszienbahnen schränken die Bewegungsfreiheit weiter ein und dadurch entstehen Schmerzen. Besonders die Muskulatur am Nacken und an der Schulter sowie am Rücken ist oft betroffen.

Was ist Faszien Yoga?

Faszien Yoga ist eine Yogavariante, die speziell auf die Faszien im Körper wirkt. Faszien Yoga besteht aus eher sanften Dehnungen, die in fliessenden Bewegungen ausgeführt werden. Es ist ein eher passives Yoga, bei dem die eingenommene Stellung länger gehalten wird als bei sehr dynamischen Varianten wie Power Yoga oder Ashtanga Vinyasa Yoga. Letztere sind Ende der 90er-Jahre populär geworden. Faszien Yoga ist dagegen eine recht neue Variante des Yoga. Im Grunde ist es eine Rückbesinnung auf das klassische Hatha Yoga, das schon vor langer Zeit in Indien entstanden ist. Manchmal wird Faszien Yoga auch Yin Yoga genannt.

Wie werden die Yogaübungen im Faszien Yoga ausgeführt?

Während der Yogaübungen – Asanas genannt – spürst du intensiv in den Körper hinein. Da, wo die Dehnung zu fühlen ist, solltest du sanft und bewusst weiter dehnen. Das, was sich jetzt dehnt, sind die Faszien. Ruckartige Bewegungen, starkes Wippen oder starkes Hineinziehen in die gewünschte Stellung solltest du hingegen vermeiden. Das veranlasst die Muskulatur dazu, sich anzuspannen und dagegen zu halten. Im schlimmsten Fall führen falsche, ruckartige Bewegungen sogar zu Verletzungen.

Wie kann ich mit Faszien Yoga meine Muskeln dehnen und lockern?

Wer sich aufgrund von Beschwerden wenig bewegt, merkt: Schonung führt meist zu einer Verschlimmerung. Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, ist es wichtig, die Faszien zu lockern und zu dehnen. Eine wirkungsvolle Möglichkeit, Verspannungen zu lösen, sind Faszien Yogaübungen, die sich gezielt auf vernachlässigte Körperbereiche auswirken, als auf Muskeln und Bereiche, die wenig bis gar nicht bewegt werden. Das hat viele Vorteile:

  • Die Faszienbahnen werden geschmeidiger, flexibler und besser durchfeuchtet.
  • Die Durchblutung wird gesteigert, wodurch der Körper effektiver mit Sauerstoff und wichtigen Nährstoffen versorgt wird.
  • Verspannungen lösen sich, muskuläre Disbalancen gleichen sich aus.
  • Körperhaltung, Beweglichkeit und Flexibilität verbessern sich.
  • Gelenkbeschwerden und Rückenschmerzen wird vorgebeugt.
  • Sportler mit flexiblen, langen Faszien können ihre Muskeln gezielter trainieren.
  • Die Kraft wird gesteigert sich und überträgt sich besser in Bewegung.

Für wen ist Faszien Yoga geeignet?

Dadurch, dass die Yogaübungen ganz individuell auf die Person abgestimmt werden, können sowohl Anfänger mit starken Verspannungen als auch echte Yogaprofis vom Faszien Yoga profitieren. Je nach Problemzonen sehen die Übungen oft ganz unterschiedlich aus. Dadurch nutzen sie jedem Menschen, der auf der Suche nach Entspannung für Körper und Geist und nach körperlicher Fitness ist. Kurz gesagt: Faszien Yoga eignet sich prinzipiell für alle.

Für wen ist Faszien Yoga nicht geeignet?

Wer unter starken Schmerzen leidet, die sich während der Yogaübungen verstärken, oder akut krank ist, sollte kein Yoga betreiben. In solchen Fällen verbietet sich jedoch nicht nur Faszien Yoga, sondern Yoga oder sportliche Betätigung überhaupt. Ansonsten ist es sogar möglich, im fortgeschrittenen Alter mit eingeschränkter Flexibilität oder als vermeintlich ganz unsportliche Person mit Faszien Yoga zu beginnen. Die Übungen können so individuell angepasst werden, dass sich Verspannungen lösen und Schmerzen erst gar nicht entstehen.